on philologie 1

Irgendwann kam ich in ein Alter, in dem die Frage danach, was ich als nächstes studieren sollte, merkwürdig klang, und ich brachte fortan viel Energie auf, sie zu überhören. Dabei hatte ich mich schon lange damit abgefunden, dass ein Studium für mich hinsichtlich der Berufsperspektive ohne Belang ist und hatte mich im Stand eines Wissenssammlers eingerichtet. Eine Unikarriere hatte ich nicht angestrebt, denn ich dachte in Rhizomen und fand überall nur Pfahlwurzeln.

Um den Müßiggang zu strukturieren, hielt ich mich an die Grenzen meiner letzten Disziplin, der Philosophie, nicht ohne hin und wieder Ausflüge auf die zuvor beschrittenen Felder zu unternehmen, der Soziologie und Ökonomie. Nicht paradiesisch, aber auszuhalten, dachte ich. Ab und an öffnete ich die Datei, die den Anfang meiner abgebrochenen Dissertation über Wittgenstein und Schelling enthielt, und betrachtete das mir inzwischen fremde Vokabular mit einer gewissen Verwunderung.

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