Störung und Filter, Uexküll

Die uns umgebende Welt (so es eine solche gibt) ist als eine unüberschaubare Menge an Informationen aufzufassen, im Grunde als eine Datenmenge . Wollen wir aus dieser „Datenflut“ eine Umgebung konstruieren, werden die relevanten von den nicht relevanten Daten gesondert. Jedes Individuum konstruiert derart seine eigene Umgebung. Die Wahrnehmung, etwas als wahr nehmen oder für wahr nehmen ist gewissermaßen als Filter zu betrachten, in dem sich das Wahre also relevante vom Unwahren, dem Irrelevanten oder Vernachlässigbaren scheidet. Als Störung, wäre anfangs festzuhalten, werden Momente betrachtet, in denen sich scheinbar irrelevantes als Wahres oder Relevantes aufdrängt, und damit für sich einen überproportionalen Wahrheitsgehalt beantragt.

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3 Antworten zu Störung und Filter, Uexküll

  1. amruthgen schreibt:

    „Jedes Individuum konstruiert derart seine eigene Umgebung.“

    Uexküll hat aus seinen Forschungen viele Schlussfolgerungen gezogen, die inzwischen ähnlich auch aus neurobiologischen Forschungsergebnissen geschlossen werden können. Jede individuelle Umwelt könnte als das bezeichnet werden, was unter der jeweiligen Haut die individuelle sensorische Organisation (zerebrale Aktivitäten einschließlich) aus Reizen macht. Die davon ausgehenden Impulse könnten Anlass sein für Worte, für Vorstellungen, Ideen, Phantasien, mit denen jonglierend Individuen ihre Welt für sich begreifbar machen dürften.

    Angesichts dieser individuellen Grenzen ist es für mich immer wieder eine Freude, mich mit anderen austauschen zu können.

    • Jan Kuhlbrodt schreibt:

      Interessant sind meiner Meinung nach die Maßgaben der Realtitätskonstruktion und die Rolle des neuronalen Netzes. Ist es die Bedingung der Möglichkeit von Freiheit oder deren Grenze, oder, und das scheint mir der Denkweg zu sein, beides. Eine Bedingung die also gleichzeitig die Einschränkung ist. Da kommt mir doch recht nahe an die Schellingsche selbstbegrenzung im „Systhem des transzendentalen Idealismus“. Sie merken vielleicht, dass ich das Kind nicht mit dem Bade ausschütten möchte und noch ein wenig an der Bewusstseinsphilosophie und der Transzendenz klammere. Nächstens mehr …

  2. amruthgen schreibt:

    Es wäre m.E. unklug, ein Kind mit dem Bade auszuschütten. Ich vermute, dass ich die „Maßgaben der Realitätskonstruktion“ nicht umfassend erfassen werde. Während ich hinsehe und reflektiere dürften bei aller Bereitschaft, möglichst alle Aspekte zu erfassen, neuronale Maßgaben mit bestimmen, was ich betrachten kann. Ich gehe davon aus, dass das neuronale Netz mit seinen eigenständigen Aktivitäten mir vieles vorenthält, aber auch vieles ermöglicht. Um ein Kriterium für die Maßgaben finden zu können, müsste ich alle neuronalen Aktvitäten und mein ‚handeln‘ gleichzeitig im Blick haben können. Ich kann aber – ausgenommen mit technischen Hilfsmitteln – noch nicht einmal meine neuronalen Aktivitäten betrachten

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