Die Normalität der Störung

Wenn das Wort Störung an eine wie auch immer geartete Normalität gekoppelt ist, dann ist es ein Negativum und beinhaltet, dass durch die Störung eben jene Normalität beeinflusst, abgelenkt, manipuliert, gar außer Kraft gesetzt wird. Die Störung ist das Offene im Diskurs der Normalität, den sie untergräbt. Diese Offenbarkeit des Negativen macht den Begriff für die Kunst interessant. Störung, im Kontext der Kunst als Störung der Wahrnehmung, heißt hier zumeist Veränderung des Blickes, ob nachhaltig oder nicht. Um aber zu einer Bestimmung eines Begriffes der Störung zu gelangen, muss man weiter ausholen. In wie fern ist die Störung an die Normalität gekettet, und inwieweit kann man der Normalität auch Realität oder Existenz beimessen? Ist sie ein Hinzutretendes? Kommt sie von außen? Oder ist Normalität nicht vielleicht immer Konstruktion/Konvention und als solche in den Bereich der Ideen anzusiedeln. Wenn dem so wäre, wenn der Begriff der Normalität also idealtypisch, dem der regulativen Idee verwandt wäre, könnte man Annehmen, das das Wirkliche, gemessen am ideal, immer das Gestörte sei.

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