Die Störung

    1. Die Störung

Ein Sprachgebrauch, der die Existenz eines geregelten, reinen, mithin störungsfreien Ablaufes vorstellt und ins Zentrum des Alltagsdiskurses zeigt, der um ein reines Zentrums herum oder eine Normalität soetwas wie gestörte Peripherie konstruiert. (Geburt der Klinik, Muster der Naturwissenschaft, Ähnlichkeiten werden zu Identitäten, Ungleichheiten zu Abweichungen. Störungen?)Konstitutiv für einfach-dialektische Denk- und Handlungsmodelle, sie folgen dem Schema, dass das, was ist durch sein Gegenteil geht bzw. durch es illuminiert wird. Im Wort Störung finden sich das Unangenehme im Sinne einer Fehlleistung, Fehlfunktion usw. und das Fehlgeleitete konnotiert (dabei wird das Präfix „fehl“ metaphorisch verwendet, da die Störung durch ein Hinzutretendes, Funktionsfremdes verursacht wird, durch diese Verwendung entsteht aber das Doppeldeutige, indem etwas Hinzukommendes Unmittelbar als Mangel bestimmt wird.) Es ist das Problem der Alltagssprache, dass sie sich von vornherein und vor allem moralisch gibt. Das macht sie aber auch beweglich, zuweilen fast geschmeidig. Sie setzt voraus ohne zu bestimmen. Im Falle der Störung eine wie auch immer geartete Normalität. Wie diese zustande kommt, interessiert sie soweit nicht. Die Normaltität bleibt solange verschwunden, solange sie nicht gestört wird. Andererseits ist sie da, wo sie auftaucht, von vornherein angetastet.

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