Exkurs zur Freiheit 1

Wenn wir beginnen über Freiheit zu sprechen, beginnen wir auch im Nebel zu stochern, warum also nicht da, wo er am dichtesten ist, wir meinen die Sphäre, des subjektiven Idealismus, meinen Fichte und Schelling, nicht natürlich, um den Nebel an dieser Stelle zu lichten, das mögen die Kollegen der Akademie erledigen. Aber ist es nicht so, dass gerade das momentan Unverständliche die meiste Attraktivität besitzt und die Gedanken in Bewegung versetzt, während der zugängliche Text zu nichts anderem drängt, als zum Referat und damit zu seiner Verfestigung? Wenn wir über Freiheit nachdenken wollen, braucht der Gedanke eine gewisse Beweglichkeit, um nicht zu sagen Freiheit. Und wenn wir Schelling richtig verstanden haben, dann ist das ICH etwas, das ins Unendliche drängt, sichdabei aber selbst begrenzt, ist also die Tür ist, durch die es selber geht. Wir wollen uns nicht über Schelling lustig machen, wollen unsere Verständnislosigkeit nicht hinter einem Witz verstecken.Das ICH ist seine eigene Grenze. Es braucht sich als Grenze um sich anschaulich zu werden, mithin zum Sein für andere und somit auch zum Selbstsein.

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2 Antworten zu Exkurs zur Freiheit 1

  1. kai winter schreibt:

    „Ich bin so frei und setze mich“, so spricht das ICH (setzt sich) und beginnt: Das ICH beginnt zu sprechen – radebrechend, weil verwirrt. Spricht von sich als ICH und sagt sich nicht. Das ICH verschweigt sich indem es sich sagt und bleibt sich Rätsel, Frage. „Ach“, so klagt es (das ICH), „in meinem Sprechen, indem ich mich sage, finde ich mich nicht (mehr), spreche ich nicht vom ICH“. „Es liegt Freiheit darin, hier hinein zu platzen, sich zu setzen und zu sprechen“, gebe ich zu bedenken. Matt winkt es ab. Ich gebe nicht auf und verweise darauf, dass sich mit ihm (dem ICH) das setzt, was ihm Gegenstand ist. „ICH“, sage ich „nicht so traurig, wo wäre die Welt denn ohne Dich?“ „Wo wäre ich ohne sie?“ fragt es lacanianisch zurück und merkt zu allem Überfluss an, dass es (also ICH) ein anderer sei und „je“ und „moi“ eben zwei. Das eine symbolisch, das andere imaginär. Frei davon sei keins. Ein wenig vielleicht.

  2. hannascotti schreibt:

    Hat dies auf Kunstvollaltern – Mundwerkerin rebloggt und kommentierte:
    Exkurs zur Freiheit, von Jan Kuhlbrodt

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